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Mehr Wohnraum statt Abgaben

HEV BL
28.08.2026

Das Baselbiet braucht mehr Wohnraum. Gleichzeitig ist Bauland knapp und teuer. Umso wichtiger ist es, die bestehenden Bauzonen besser zu nutzen und zusätzlichen Wohnraum dort zu schaffen, wo bereits gebaut ist: durch Aufstockungen, Umbauten, Ersatzneubauten und Verdichtung.

Doch genau das ist heute schwieriger und teurer, als es sein müsste. Zu hohen Land-, Bau- und Finanzierungskosten kommt ein über Jahre gewachsenes Geflecht aus Vorschriften, Auflagen und langwierigen Bewilligungsverfahren. Bauen muss deshalb wieder einfacher, schneller und günstiger werden.

Vor diesem Hintergrund ist der Gegenvorschlag zur Mehrwertabgabe das falsche Signal. Er ermöglicht den Gemeinden, künftig auch bei Aufzonungen eine Mehrwertabgabe zu erheben. Wer sein Grundstück dichter bebauen und zusätzlichen Wohnraum schaffen darf, soll also zusätzlich zur Kasse gebeten werden.

Dabei bedeutet eine bessere Nutzungsmöglichkeit noch lange nicht, dass Geld auf dem Konto liegt. Zuerst muss investiert werden. Planung, Finanzierung, Bau und das Projektrisiko trägt die Eigentümerschaft. Eine zusätzliche Abgabe verteuert solche Projekte weiter und kann dazu führen, dass sie verschoben oder gar nicht realisiert werden.

Das ist ein Widerspruch: Wir wollen mehr Wohnraum und Verdichtung, verteuern aber gleichzeitig die Investitionen, die genau das ermöglichen. Wird weniger gebaut, bleibt Wohnraum knapp und teuer. Das trifft Eigentümer wie Mieter.

Unsere Initiative «Fairer Kompromiss bei der Mehrwertabgabe » setzt andere Prioritäten. Bei Einzonungen bleibt die Mehrwertabgabe bestehen, bei Umzonungen erhalten die Gemeinden Handlungsspielraum. Aufzonungen hingegen sollen nicht zusätzlich belastet werden.

Das Baselbiet braucht mehr Wohnungen, weniger Vorschriften und bessere Bedingungen für Investitionen. Verdichtung müssen wir ermöglichen, nicht verteuern.

Deshalb am 27. September: Ja zur Initiative und Nein zum Gegenvorschlag.