• Herbstlaub liegen lassen zahlt sich aus

Herbstlaub liegen lassen zahlt sich aus

10.11.2021 Reto Anklin

Nützlicher Abfall – Für viele ist Laub im Garten im Herbst und Winter fast so schlimm wie Unkraut im Frühling und Sommer. Dabei sind liegen gelassene Blätter der direkteste Weg, dem Boden die Nährstoffe zurückzugeben.

Es ist die letzte grosse Arbeit, die zu erledigen ist, bevor im Garten die ruhige Winterzeit Einzug hält. Das mühsame Zusammenrechen der von den Bäumen gefallenen Blätter gehört bei vielen Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzern neben dem Unkraut jäten zu den unbeliebtesten Tätigkeiten. Dabei könnten sich Gartenbesitzer die mühsame Plackerei zu einem grossen Teil auch sparen. Denn abgesehen von Rasenflächen, wo liegengelassenes Laub den Gräsern das Licht nimmt und sie vergilben lässt, kann das Laub im Garten getrost liegen gelassen werden.

Der Garten profitiert vom Laub
Der Garten mit seinen Pflanzen und seinen tierischen Bewohnern profitiert sogar davon. «Bei Blumenrabatten, Stauden und Erdbeeren bietet das Laub als Mulchschicht den Pflanzen Schutz vor Frost und Kälte, heisst es auf hausinfo.ch, einem Onlineangebot des Schweizerischen Hauseigentümerverbands und der Gebäudeversicherung Bern. Damit das Laub nicht vom Wind herumgewirbelt wird, kann es mit Tannästen beschwert werden. Die weitere Arbeit verrichten dann die Bodenlebewesen. So ziehen die Würmer die Blätter in ihre Gänge hinunter. Käfer, Tausendfüssler und andere Bodenlebewesen zerkleinern sie, und bis zum nächsten Frühling ist das Laub dann abgebaut. Was übrig bleibt, ist fruchtbare Gartenerde.
Auch unter Bäumen, Büschen oder Sträuchern sowie auf Gartenbeeten kann das Laub liegen gelassen werden. «Das ist der einfachste und direkteste Weg, die Nährstoffe des Laubs dem Garten zurückzugeben », heisst es weiter auf hausinfo.ch.

Ein Heim für Tiere
Wer um sein Haus herum nicht nur Amseln, Spatzen oder Nachbars Katze beobachten will, kann mit angehäuftem Laub und Ästen in einer ruhigen Ecke des Gartens dem Igel und anderen Wildtieren ein willkommenes Winterlager herrichten (siehe Infobox).
Bleibt trotzdem noch Laub übrig, kann dieses kompostiert oder der Grüngutabfuhr mitgegeben werden. Das Deponieren im Wald ist verboten. Auf keinen Fall darf Laub dieser Tage noch verbrannt werden. Der Geruch von Mottfeuern ist schon lange aus der herbstlichen Duftlandschaft verschwunden.

 

Igel stehen nur zum Pinkeln auf

Weil sie bei kalter Witterung keine Käfer und Würmer zum Fressen finden, halten Igel von November bis März einen Winterschlaf. Als Unterkunft kommen ihnen da mit Ästen durchsetzte Laubhaufen gelegen. Die Tiere verbringen nur etwa 80 Prozent der Winterschlafzeit schlafend. Es kommt vor, dass sie ihren Schlaf unterbrechen und sich die Pfoten vertreten. Oft lassen sie bei dieser Gelegenheit auch Harn ab. Hat der Igel auf diesen Spaziergängen eine rundliche Gestalt, ist aktiv und macht bei Berührung eine Stachelkugel, ist er gesund und braucht auch im tiefsten Winter keine menschliche Hilfe. ra