• Energiedebatte einordnen

Energiedebatte einordnen

02.09.2022

Energie wird oft mit Kraft assoziiert. Und Kraft braucht es für die Hauseigentümerinnen und -eigentümer im derzeit an allen Orten und in endlosen Debatten diskutierten Energiebereich in der Tat, um auch nur einigermassen den Durchblick zu behalten. Täglich werden wir konfrontiert mit düsteren Szenarien, Strommangellagen, Preissteigerungen, Lieferengpässen, der geforderten Dekarbonisierung, der zu steigernden Energieeffizienz und dem knapp vor der Tür stehenden Verbot fossiler Heizungen. Und überall übertreffen sich die Expertinnen und Experten, die auch noch einen Lösungsvorschlag bereithalten. 

«Wir müssen die derzeit klar überschüssige Energie aus der Diskussion nehmen.»

Mir scheint zentral, dass wir die derzeit klar überschüssige Energie aus der Diskussion nehmen müssen, dass wir mit Verstand analysieren, wie die Lage wirklich ist, welche Szenarien realistisch sind, wie wir uns an pragmatischen Lösungen orientieren können. Die Energiestrategie 2050 in der Schweiz hat diesen Zeithorizont nicht umsonst gesetzt. Wer jetzt überstürzte Forderungen stellt, um alles zu beschleunigen, wird sich bald mit einem Ungleichgewicht konfrontiert sehen. Ein Ungleichgewicht, das uns noch weit tiefere Sorgenfalten bescheren würde als es die aktuelle Diskussion zu einer möglichen Mangellage im Winter bereits tut.

Die Hauseigentümerinnen und -eigentümer im Kanton Basel-Landschaft haben in den vergangenen Jahren rund eine Milliarde Franken an Investitionen rund um energetische Sanierungen aufgebracht. Davon haben sie nach Abzug der Beiträge aus dem Erfolgsmodell «Energiepaket Baselland» 85 Prozent selbst finanziert. Dies ist eine stolze Leistung und zeigt den enormen Beitrag auf, den die Eigentümer bereits an die Energiewende geleistet haben und auch weiter leisten werden.

Selbstverständlich wollen wir uns auf diesen eindrücklichen Zahlen nicht ausruhen und uns weiter intensiv in die Diskussion einbringen. Ich empfehle Ihnen deshalb das Referat von Dr. Marc Schürch zu einer möglichen Energie-Mangellage am 26. September im Haus der Wirtschaft (vgl. Artikel auf dieser Seite). Es wird einen wichtigen Beitrag zur Einordnung der Situation leisten.