• Die Leerstandsquote liegt wieder unter 1 Prozent

Die Leerstandsquote liegt wieder unter 1 Prozent

02.09.2022 Andres Lützelmann, Redaktor

Wohnungsmarkt Der Leerwohnungsbestand gilt als Konjunkturindikator des Immobilien- und Wohnungsmarkts. Nach 2018 unterschreitet die Leerwohnungsquote 2022 wieder die 1-Prozent-Marke.

Zusammen mit der Bevölkerungsentwicklung und der Bautätigkeit liefert die jährliche Leerstandserhebung einen wichtigen Einblick in die Entwicklung des Wohnungsmarkts. Für die Periode 2021 / 2022 zeigt der Leerwohnungsbestand, der seit 1941 gesamtschweizerisch und im Kanton Basel-Stadt gar seit 1904 jährlich erhoben wird, erstmals seit 2018 wieder eine Leerstandsquote von unter 1 Prozent. Dies geht aus der Leerstandserhebung 2022 hervor, welche die Statistischen Ämter der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft herausgegeben haben.
Am Stichtag 1. Juni 2022 zählt die Statistik insgesamt 2681 Leerwohnungen in den beiden Basel: 1328 in Basel-Stadt und 1353 im Kanton Basel-Landschaft, in den Zahlen inbegriffen sind 59 Einfamilienhäuser.
Die Leerstandsquote im Stadtkanton übertrifft diejenige des Landkantons um 0,3 Prozent: Für den Kanton Basel-Stadt ermittelte man knapp 1,2 Prozent und für den Kanton Basel-Landschaft gut 0,9 Prozent. Seit dem Tiefststand 2014 mit Leerstandsquoten von 0,2 Prozent im Stadt- und 0,3 Prozent im Landkanton ist dieser Indikator in beiden Halbkantonen seither kontinuierlich angestiegen.

Liestal und Laufen mit höchster Quote
2022 sinkt die Leerwohnungsquote erstmals seit 2018 wieder unter 1 Prozent. Die Bezirke Liestal und Laufen weisen im 2022 mit 1,2 Prozent die höchste, der Bezirk Sissach mit 0,7 Prozent die tiefste Leerwohnungsziffer des Landkantons auf. Auch im Bezirk Arlesheim ist die Leerstandsquote leicht rückläufig und liegt für das Jahr 2022 bei 0,8 Prozent. Im Bezirk Waldenburg hat die Leerwohnungsziffer um 0,1 Prozent zugenommen. Die leer stehenden Geschäftsflächen erfuhren kantonsweit einen Rückgang um 15 Prozent auf 162 900 Quadratmeter.
Obwohl im vergangenen Jahr 1616 Wohnungen neu gebaut wurden, hat der Leerwohnungsbestand innert Jahresfrist um weitere 51 Wohnungen abgenommen. Bei den Einfamilienhäusern gab es einen Anstieg auf 59 leer stehende Einheiten – ein Plus von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In absoluten Zahlen fallen im Bezirk Liestal vor allem die Gemeinden Liestal und Pratteln mit jeweils 131 ausgeschriebenen leer stehenden Wohnungen ins Gewicht. Für den Bezirk Laufen sind es insbesondere die Gemeinden Laufen und Zwingen, die mit 32 bzw. 33 leer stehenden Wohnungen zum Leerstand beitragen. Allschwil hat die höchste Produktion von neuen Wohnungen mit 123 Einheiten im 2021. Die höchsten Leerwohnungsquoten verzeichnen die Gemeinden Zwingen (2,6 Prozent), Thürnen (2,4 Prozent) und Läufelfingen (2,1 Prozent).

Vor allem 3- und 4-Zimmerwohnungen
Die überwiegende Zahl der ausgeschriebenen, leer stehenden Wohnungen besteht aus 3- und 4-Zimmerwohnungen (78 Prozent). Nach Wohnungsgrösse strukturiert weisen im Landkanton die 3-Zimmerwohnungen mit 1,6 Prozent die höchste Leerstandsquote auf. Ebenfalls über dem kantonalen Mittelwert liegen mit 1,1 Prozent die 2-Zimmerwohnungen und die 4-Zimmerwohnungen mit 1 Prozent. Die Einzimmerwohnungen weisen eine Leerwohnungsquote von 0,5 Prozent auf.
Bei den grösseren Wohnungen mit fünf Zimmern (0,3 Prozent) und bei jenen mit mindestens sechs Zimmern (0,1 Prozent) ist der Leerstand jeweils gering. Knapp 93 Prozent aller ausgeschriebenen Wohnungen werden zur Miete angeboten, die restlichen 7 Prozent stehen zum Verkauf. Knapp 10 Prozent der ausgeschriebenen Wohnungen wurden in den vergangenen zwei Jahren neu gebaut und bei 12 Prozent der Wohnungen wurde zumindest das entsprechende Gebäude renoviert bzw. umgebaut. Bei 78 Prozent der angebotenen Wohnungen gab es in den letzten zwei Jahren keine baulichen Veränderungen.

Geschäftsleerstand in den beiden Basel
Zum Rückgang der Geschäftsfläche im Landkanton auf 162 900 Quadratmeter trugen in erster Linie die Büro- und Lagerflächen bei, welche sich um 17 100 und 16 700 Quadratmeter verringerten und den jeweils kleinen Zuwachs des Angebotes bei den Gewerbe-, Produktions- und Ladenflächen deutlich übertrafen. Somit resultierte im Landkanton bei den Geschäftsflächen insgesamt ein Rückgang um 27 700 Quadratmeter. Wegen dieser Abnahme sinkt der Anteil der Bürofläche am gesamten Leerflächenangebot des Landkantons auf 43 Prozent (Vorjahr 46 Prozent) und ist damit weit entfernt vom Wert im Stadtkanton (55 Prozent).
Der Wohnungsleerstand in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft bewegt sich im gesamtschweizerischen Kontext im mittleren bis unteren Bereich. Im städtischen Vergleich liegt der Basler Wert mit 1,2 Prozent über dem Wert von anderen grösseren Schweizer Städten.